Kurz bevor heut Abend wieder Wolfi "The Cricket" und Mart "Dart Vader" aufeinanderprallen und sich gegenseitig in einem Lichtblitz auslöschen, dies Video:
„Gib mir mal die Butter ‘rüber!“ Ich krächze. Scheiß Frühstücken, in aller Frühe zu Konversation gezwungen, ins Verbale hinein gestoßen werden.
„...“
Die Schale wandert über Toastbrot, Marmelade, Kaffeetassen und ein gesticktes Tuch. „Danke“ Spott sollst du ernten, Krähe.
„...“
Musik. Straßengeräusche. Atmen. Fußscharren, besockt, auf Plastikparkett. Kalter Boden finde ich, wieder nicht eingeheizt die Kuh, für was steht sie dann um fünf auf.
Aufblicken, zur Alten hinüber. Senile Bettflucht. Die sitzt auf dem grauen Futon, der beschissenen Matratze. Die Erika schenkt auch nur Scheißdreck her, was keiner haben will... tolle Verwandtschaft ist das. Super Verwandtschaft. Lauter Grenzdebile.
„Sitzt du bequem, Mutter?“ Spott. Oh Spott! „Nett von der Erika, gelle?“ Ich sollte lächeln, das wirkt netter.
Die Butter schmeckt schon wieder nach Zwiebel, oder irgendwas. „Hast du schon wieder mit dem Messer in der Butter herumgewurschtelt mit dem du vorher schon was geschnitten hast?“ Lauter reden, lauter reden; muss bestimmt und kraftvoll klingen. „Na was? Du weißt ich hasse das!“
„...“
Manchmal bin ich schon gemein. Als Sohn. Muss nicht sein. Gehört sich nicht, eigentlich. Aber... die ... regt mich einfach so auf... OIDA! Gehört es sich, Holznägel in Finger und Zehen zu treiben? Wohl kaum. Also.
Musik. Straßenbahn. Atmen. Fußscharren.
Das Brot ist zu trocken. Verdammtes Anker-Brot™. „Morgen kauf ich ein ordentliches Brot. Das vom Billa, weißt schon, das vom letzten Mal, irgendwas mit ‚Steirisch‘ heißt es“
„...“
„Das war gutes Brot, saftig, knusprige Kruste, so richtig knusprig, nicht so zäh wie das da“ ich werfe es am besten aufs Teller, so richtig demonstrativ, unterstreichend. Was die für einen Bauch hat heute. „Schon am Klo gewesen?“ grinsen. Kaffee bevor er kalt wird. „Kalter Kaffee macht schön, haha!“ Schon sehr kühl. Supergut. Na fein.
„...“
„Was redest du denn nichts? Bringst das Maul nicht auf heute, hm?“ ich habe einen Fingerkrampf. Töten? Was? Mit dem Brotmesser? Mutter von Sohn getötet. Butter in allen Einstichwunden. Und Zwiebelringe. „Noch ein wenig Kaffee?“
„...“
Dann eben nicht. Mistvieh. „Du gehst mir wohin, sag ich dir!“ Atmen. Lärm. Umrühren in der Tasse und sie Anstarren. „Zerrst mich aus dem Bett so früh und sagst kein Wort! Bist d‘ schon ganz verblödet?“ Wieder ein Zeichen nötig. Den Löffel werfen.
„... aber ich hab‘ doch Geburtstag heute.... “ Da schau, sie kann doch noch reden.. da schau.. da... Was ist heute für ein Datum? Datum, Datum. Donnerstag.... Geh scheißen... Nein.. Das gibt es ja nicht. Das ... gibt .. es .. nicht... Ich hab vergessen. Toll... wirklich.
Nimm die Tasse, wirf die Tasse. Die Tasse platzt. Und die Nase platzt der Mutter und entflieht ihr aus dem Schluchzen. Die Lippen blutig, speichelnd, Wasserfall oder so. Schrei. Schnaufen. Wimmern. Das Messer noch in der Hand, es flog mit Schneid durchs Eingeweid‘.
Friedhofsberg im Regen.
Ende (das ist natürlich in keinster weise wirklich so passiert, gottlob!)